Bei der FDP-Bürgersprechstunde ging es bevorzugt um Parkplätze

WANGEN – von Vera Stiller (Schwäbische Zeitung) – Die FDP Württembergisches Allgäu hatte am Mittwochabend zu ihrer „fünften liberalen Bürgersprechstunde“ in das Gasthaus Lamm eingeladen. Die Veranstaltung sollte sich ganz dem Thema Stadtmarketing und damit „dem Auftreten und der Außenwirkung von Wangen“ zuwenden. Christoph Morlok und Dietmar Schiele von der Wangener Leistungsgemeinschaft standen den sieben von insgesamt zwölf FDP-Kandidaten für die Kommunalwahlen am 26. Mai Rede und Antwort.
Es war zunächst der FDP-Vorsitzende in Wangen, Sebastian Scherer, der die seit 40 Jahren bestehende Leistungsgemeinschaft mit ihren rund 80 Mitgliedern vorstellte und sie so beschrieb: „Die Innenstadt soll belebt und attraktiv gehalten sowie durch gezielte Werbung nach außen hin augenfällig werden.“ Und Dietmar Schiele, neben Christoph Morlok einer der Geschäftsführer, konkretisierte: „Es ist unsere Zielsetzung, die Kaufkraft in Wangen zu halten beziehungsweise zu ergänzen.
Durch viele inhabergeführte Geschäfte ist es gelungen, Leerstände im größeren Umfang zu vermeiden.“ Mit Schieles Aussage, die er vor einigen Jahren im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“ mit den Worten „In Richtung Parkplatzsituation scheint ein Parkhaus denkbar“ geäußert hatte, war die kleine Runde bereits bei einem ihrer Lieblingsthemen angelangt. Für Frank Scharr stellte sich im Zusammenhang mit dem innenstadtnahen Parken erneut die Frage nach dem Areal „Zeppelinstraße“, wobei er sich klar darüber war, „dass ein neuer Vorstoß von Kaufland mit abgespeckten Maßen kommen wird“.
Scharr, der Vorstandsmitglied im Wangener Wirtschaftskreis ist und „neuen Wind in den Gemeinderat bringen“ will, sieht die Chance gegeben, dass mit einem Einkaufsmarkt auch bezahlbares Wohnen oberhalb der Ladenfläche möglich sein wird. Seine ablehnende Haltung gegenüber der SPD-Forderung nach Kurzzeitparkplätzen wurde durch allgemeines Kopfschütteln nach Art von „Das geht gar nicht!“ bekräftigt. „Brauchen Verkehr in der Stadt“ FDP-Vorsitzender Sebastian Scherer glaubt ebenfalls, „durch offensives Auftreten im Rat mehr erreichen zu können“. Wie er daran erinnerte: „Wir haben schon immer gesagt, dass wir Verkehr in der Stadt brauchen.“ Nachdem Scherer von einem „Parkleitsystem“ gesprochen hatte, brachte Frank Scharr einen „kostenlos zu benutzenden Shuttle-Bus“ ins Spiel.
Und Christoph Morlok zeigte sich von der Begrenzung der Parkplätze überzeugt, „die dann auch etwas kosten dürfen“. Weder der Gedanke von Christoph Schmidt, der eine Rückvergütung der Parkgebühren anregte, noch der von Klaus Schliz mit Blick auf eine digitalisierte „Wangen-Card“ fanden bei Dietmar Schiele Gegenliebe. Er hielt beide Anregungen schon allein wegen der Kosten, die man den an „Wangen punktet“ beteiligten Händlern nicht zusätzlich aufbürden dürfe, nicht für praktikabel. Zusammenfassend sagte Frank Scharr: „Wangen ist reif für ein Parkhaus – und das sollte in Stahlträgerbauweise erstellt werden!“ Für Karl Schliz ist es völlig klar, wo es hingehört: in die Nachbarschaft vom Finanzamt. Denn: „Wenn wir keine attraktive Innenstadt mit ausreichend Parkplätzen vorweisen können, dann kommt auch keiner mehr zum Arbeiten und zum Einkaufen nach Wangen.“
Ausgabe Wangen, Schwäbische Zeitung vom 27.04.2019, S. 18

Zeitungsartikel Schwäbische Zeitung - FDP Bürgersprechstunde - Wangen ist reif für ein Parkhaus vom 27. April 2019, Ausgabe Wangen

Zeitungsartikel Schwäbische Zeitung – FDP Bürgersprechstunde – Wangen ist reif für ein Parkhaus vom 27. April 2019, Ausgabe Wangen