Stefan Jautz tritt als Gemeinderatskandidat für die FDP in Kißlegg an

KISSLEGG – Stefan Jautz kandidiert für die FDP für den Gemeinderat. Erstmal steht diese Partei damit in Kißlegg zur Wahl. Nachdem er sich lange damit beschäftigt habe, sich für den Gemeinderat zu engagieren, sei seine Wahl auf die FDP gefallen, vor allem wegen der sachlichen Diskussionen, erzählt der 40-Jährige. Marlene Gempp hat mit ihm über seine Kandidatur gesprochen.

Welche Ziele haben Sie für Kißlegg und den Gemeinderat?

Jautz: Überparteiliche Zusammenarbeit halte ich für am wichtigsten, so wie sich aktuellen Themen annehmen und Lösungen zu finden. Außerdem sollte ein Jugendgemeinderat als fester Bestandteil initiiert werden.
Kißlegger Firmen sollte man in den Fokus nehmen, da sie die Steuern bezahlen und auch als erste Ansprechpartner gelten sollten in der Gemeinde.

Wie soll der Verkehr in Kißlegg in den kommenden Jahren fließen?

Die Themen Bahnübergang und Ortsumfahrung sind wahrscheinlich älter als ich, deshalb glaube ich als Realist nicht, dass dies sich in den nächsten fünf Jahren ändert. Ich bin überzeugt, dass die Gemeinde hier gute Arbeit macht und als eventueller Gemeinderat und als Kißlegger Bürger hat sie hier meine Unterstützung. Die Problematik Schwerverkehr, hier speziell Kieslaster, die tagtäglich durch die Ortsmitte fahren, um Mautgebühren einzusparen, muss ergebnisoffen auch mit entsprechenden Verboten überprüft werden. Ebenfalls muss die konsequente Parksünder-Bestrafung in Kißlegg überdacht werden.

Wie wollen Sie die Ortsmitte wieder beleben und für die Bürger attraktiv gestalten?
Fortschritt besteht aus Dynamik und mutigen Querdenkern, allerdings werden diese oft ausgebremst. Auch sollte das Denkmalamt offener für neues, natürlich im Stil des Württembergischen Allgäus im Zentrum sein. Mutige Bauanträge müssen schnell und konsequent bearbeitet werden, sonst springen Bürger, Investoren und Firmen ab. Zum Schluss haben sie nur Ruinen und ein verlassenes Ortszentrum.

Welche Herausforderung würden Sie im Hinblick auf das stete Wachstum der Gemeinde angehen?
Schulen, zum Beispiel ein G9, und Kooperationen von Schulen sollten gestärkt werden. Mögliche Kißlegger Ausbildungsfirmen müssen in den Fokus rücken. Auch sollten Ärzte in die Gemeinde gelockt werden, deren Anstellung bei der Gemeinde denkbar ist, wie es in Teilen Ostdeutschlands praktiziert wird. Der Wohnungsbau, den die Gemeinde Kißlegg ermöglicht, ist mustergültig. Hier bedarf es wenig Verbesserung, nur ein Fortbestand. Allerdings sollte Kißlegg selbst in den Mietwohnungsbau investieren und dies nicht Dritten überlassen.

Wie soll sich die Betreuung von Senioren in Kißlegg entwickeln?
Nach der Schließung von Bärenweiler wird dies ein Problem. Hier sollte sich Kißlegg überlegen, mit den passenden Trägern einen Neubau zu favorisieren. Auch die mobile Altenpflege sollte ausgebaut und unterstützt werden. In einigen Großstädten habe ich auch von Alters-WGs gehört, für die Städte ein Haus speziell an Rentner vermieten. Hierfür sollte man offen sein.

Wo sehen Sie das Projekt „Ikowa“ in fünf Jahren? Was muss bis dahin passieren?
Wenn Ikowa oder ein anderes Industriegebiet nicht kommt, siedeln sich keine Firmen an oder vergrößern sich. Somit gibt es auch keine adäquate Arbeit für eine wachsende, jüngere Bevölkerung. Das Pendeln der Kißlegger kann auch aus ökologischer Sicht nicht gewollt sein von den Ikowa-Gegnern. Hier sollte ein überparteilicher Konsens stattfinden, der letztlich jedem nützt. Sollte allerdings jeder den Klageweg einschlagen, sehe ich hier in den nächsten fünf Jahren schwarz.

Aus der Schwäbischen Zeitung, Ausgabe Wangen 16. Mai 2019

Zeitungsartikel Schwäbische Zeitung Gemeinderatswahl Kißlegg 2019 FDP Stefan Jautz

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