„Die Frage der Kandidatur hat sich immer wieder gestellt“, sagt Sebastian Scherer im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“. Der Wangener ist Ortsverbandsvorsitzender der FDP im Württembergischen Allgäu und hatte den Willen zur Bewerbung am vergangenen Freitag öffentlich gemacht. Dass es jetzt dazu kommen kann, hänge mit „aktiven Mitstreitern“ zusammen, die seine Partei in den vergangenen Jahren vor Ort hinzugewonnen habe. „Da hat sich eine Eigendynamik entwickelt“, so Scherer. Im Juli bereits sei dann der Entschluss gefallen.

Inhaltlich will die FDP mit drei Hauptthemen punkten. Dabei möchten sich auch die Liberalen die Schaffung bezahlbaren Wohnraums auf die Fahnen schreiben. Allerdings setzen sie weniger auf sozialen oder öffentlich geforderten Wohnungsbau, sondern auf Engagement aus der lokalen Wirtschaft heraus, die für (neue) Mitarbeiter Wohnraum zur Verfügung stellen könnte. Damit knüpft die FDP indirekt an die jüngste Umfrage und Initiative des Wangener Wirtschaftskreises (Wawi) an (die SZ berichtete).

Kritisch sieht Sebastian Scherer die bisherige Wohnungspolitik in der Stadt. In der Vergangenheit habe der Fokus „zu sehr auf dem kleinteiligen Bau von Einfamilienhäusern“ gelegen. Das soll nach dem Willen der FDP anders werden: „Sonst kriegen wir die Leute nicht unter, die hier sind und noch zu uns kommen“, so der Ortsverbandsvorsitzende. Dass es diese Schwierigkeiten gibt, hält Scherer schon seit zehn Jahren für absehbar.

Dem Themenkomplex „Verkehr“ will sich die FDP unter mehreren Aspekten annehmen: Gespannt ist man laut Scherer auf das von der Verwaltung angekündigte Park- und Verkehrskonzept. Persönlich sind Scherer dabei altstadtnahes und – auf gebührenpflichtigen Stellplätzen – flexibles Parken wichtig. Dabei schwebt ihm „nachschüssiges“ Bezahlen vor, also erst bei der Abfahrt.

Darüber hinaus gelte es alle Gefahren zu vermeiden, die einer Beseitigung des Bahnübergangs an der B32 entgegenstehen könnten – wohl wissend, dass bei diesem Dauerthema die Stadt längst nicht allein das Verfahren in der Hand hat. Und beim dritten Verkehrsthema, dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, kommt es der FDP nach Scherers Angaben auf eine bessere Erreichbarkeit der Innenstadt an.

Auch der Pflegenotstand soll Wahlkampfthema der FDP werden. Laut Scherer ruhen ihre Hoffnungen im jüngst im Kreistag debattierten Konzepts zur stationären Kurzzeitpflege (siehe Seite 19). Bereits am Freitag hatte die FDP zudem bekundet, über „liberale Bürgersprechstunden“ auf die Wünsche der Menschen eingehen zu wollen. Das erste Treffen dieser Art ist am 8. November (18.30 Uhr, Schwarzer Hasen).

Dabei können sich auch Interessierte melden, die auf einer FDP-Liste für den Gemeinderat kandidieren wollen. Der 39-jährige Sebastian Scherer selbst kündigt seine Bewerbung bereits an, übrigens auch für den Kreistag. Insgesamt gebe es derzeit acht Freidemokraten, die im Stadtparlament mitarbeiten wollen.

aus Schwäbische Zeitung, Ausgabe Wangen vom 27. Oktober 2018, Seite 17