„Wir wollen die allgemeine Stimmung im Gemeinderat Wangen weder kommentieren oder anheizen“ stellte Sebastian Scherer, Vorsitzender der FDP Württembergisches Allgäu, zu Beginn des letzten Liberalen Treffens der FDP am 21. August im Farny-Hotel in Dürren klar. „Wir erlauben uns aber sehr wohl, eine eigene Analyse zu den Vorgängen rund um die verunglückte Wahl zum ersten Stellvertreter des Oberbürgermeisters und dem daraus resultierende Rücktritt des langjährigen CDU-Stadtrates Hans-Jörg Leonhardt aus dem Gemeinderat und allen weiteren politischen Ämtern. Dieses bedauern wir sehr. Wangen verliert damit einen äußerst engagierten Stadtrat.“ fügte Scherer hinzu.

Frank Scharr fasste die Situation aus seiner Sicht zusammen und erklärte „Besagte Wahl wurde wohl genutzt, um aus der Deckung einer geheimen Wahl heraus einem engagierten und sicher manchmal unbequemen Kommunalpolitiker einen ‚Denkzettel‘ zu verpassen.“ Problematisch seien in diesem Zusammenhang die Aussagen von einigen Stadträten, die eine Vermischung von unternehmerischer Tätigkeit und Ehrenamt unterstellten sowie Behauptungen, er habe im letzten Jahr seinen Parteikollegen Paul Müller aus dem Amt des Fraktionsvorsitzenden gedrängt. „Aus Sicht der FDP gibt es keinen ‚Fall Leonhardt‘ sondern wenn eine ‚Causa Gemeinderat‘“ ergänzt Scharr.

„Ich fände es bedenklich, wenn der Eindruck entstünde, dass Unternehmertum und kommunalpolitisches Engagement hier in Wangen nicht mehr gemeinsam möglich sind. Wir brauchen die gesamte gesellschaftliche Breite in unserem Rat“ findet Sebastian Scherer.

Im Anschluss berichtete Stadtrat Peter Nessensohn aus seiner erst kürzlich aufgenommen Arbeit als Gemeinderat und erläuterte, dass die nächsten Jahre mit absehbar höherer Ausgaben und voraussichtlich rückläufiger Einnahmen wohl spannend werden bezüglich der Frage, wie die Mittel zu verteilen sein werden – „auch da noch große Aufgaben wie die Landesgartenschau, die Verkehrskonzeption und der Öffentliche Nahverkehr vor uns liegen“ wie Nessensohn klarstellte.

Zum Ende der rund zweieinhalb Stunden dauernden Veranstaltung erläuterte Kreisrat Daniel Gallasch den von der FDP-Kreistagsfraktion eingebrachten Antrag, dass der kreiseigene Immobilienbetrieb IKP auf in der Umgebung der Krankenhäuser liegenden Grundstücken im Eigentum des Kreises Betriebswohnungen erstellen soll. „Die Oberschwabenklinik hat wie viele Kliniken in Deutschland das Problem, offene Stellen – ins Besondere in der Pflege – zu besetzen. Neben der Herausforderung, überhaupt neue Mitarbeiter zu finden, gesellt sich dann noch die Schwierigkeit für neue Mitarbeiter von außen, eine bezahlbare Wohnung hier vor Ort zu finden. Da kann sich die OSK als attraktiver Arbeitgeber aufstellen, wenn er neben einer interessanten Arbeitsstelle zusätzlich Wohnraum anbieten kann“ findet Daniel Gallasch.